Eine Stottertherapie kann schon bei Kindern im Alter von 2-3 Jahren sinnvoll sein. Keine Therapeutin und kein Therapeut können heute sicher vorhersagen, ob sich das Stottern bei einem Kind wieder verliert. Seriöse Therapien versprechen daher keine Heilung im Sinne einer absoluten Stotterfreiheit. Jedoch ist die Chance groß, dass ein sehr früh behandeltes Kind weniger angestrengt zu stottern lernt oder sein Stottern sogar ganz verliert. Bleibt das Stottern bestehen, sollte die Therapie auch zum Ziel haben, dass das Kind gut mit seinem Stottern umzugehen lernt und keine Nachteile in seiner Entwicklung hat.
Eine Therapie bei stotternden Kindern sollte immer die Beratung der Eltern beinhalten. Ihnen wird dabei Fachwissen vermittelt und Sie lernen, mit dem Stottern Ihres Kindes umzugehen.
Die Therapie mit Kindern erfolgt immer spielerisch und dem Alter angemessen. Es kann entweder indirekt bezogen auf das Stottern vorgegangen werden. Es wird dann an Bereichen gearbeitet, die sich positiv auf das Stottern auswirken können. Ansatzpunkte hierfür sind z. B. Mängel in der Mundmotorik, der Artikulation oder der Grammatik. Auch das Kommunikationsverhalten in der Familie kann eventuell so verändert werden, dass dem Kind flüssiges Sprechen erleichtert wird.
Oder es wird direkt am Sprechen und Stottern gearbeitet. Hierbei gibt es verschiedene Möglichkeiten: Die Kinder lernen, wie sie angestrengtes Stottern leichter machen und selbstbewusst damit auftreten können. Oder sie lernen, ihr gesamtes Sprechen so zu kontrollieren, dass weniger Stottern auftritt. Auch andere, verhaltenstherapeutisch orientierte Verfahren kommen zum Einsatz, in denen flüssige Äußerungen der stotternden Kinder verstärkt werden.
In vielen Fällen wird die indirekte Vorgehensweise mit der direkten kombiniert. Lassen Sie sich die Methoden von einer/m auf Stottern spezialisierten Therapeutin/-en vorstellen und entscheiden Sie gemeinsam, welches Konzept zu Ihrem Kind in dieser Lebensphase am besten passt. Für alle Verfahren gilt: Je jünger das Kind ist, desto mehr werden die Eltern angeleitet, Teile der Therapie selbst durchzuführen.
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