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FAQ zum Stottern: Was Sie schon immer über Stottern wissen wollten

Welche Therapien gibt es für stotternde Erwachsene?

Es gibt zahlreiche Therapieansätze für stotternde Jugendliche und Erwachsene, die in unterschiedlichen Formen angeboten werden. Sie werden ambulant oder stationär, einzeln oder in der Gruppe, wöchentlich oder intensiv wochenweise bzw. an Wochenenden durchgeführt. Man kann zwei Hauptrichtungen unterscheiden:
Beim Erlernen von Sprechtechniken, die das gesamte Sprechen verändern, lernt die stotternde Person eine neue Art zu sprechen, bei der weniger Stottern auftritt ("Fluency Shaping"). Das Sprechen wird dabei zunächst stark verfremdet. Die Stimme wird weich eingesetzt, die Vokale werden gedehnt, die Sprechbewegungen werden mit wenig Muskelanspannung durchgeführt und die Atmung wird kontrolliert. Dieses Sprechen wird dann nach und nach einem natürlich klingenden Sprechen angeglichen. Die Sprechtechnik automatisiert sich zwar zunehmend, es ist aber weiterhin eine ständige Kontrolle des Sprechens erforderlich.
Die Stottermodifikation (auch Nicht-Vermeidungsansatz genannt) hat das Ziel, besser auf das Auftreten von Stottern reagieren zu lernen. Anstatt zu vermeiden oder sich anzustrengen, werden Sprechtechniken bei den Wörtern eingesetzt, bei denen Stottern erwartet wird oder tatsächlich auftritt. Hierdurch kann das Stottern entweder verhindert oder kontrolliert und leichter gemacht werden. Voraussetzung hierfür ist, dass zunächst Ängste und negative Einstellungen gegenüber dem Stottern abgebaut werden. Bereits hierdurch verringert sich bei vielen das Stottern.
Beide Therapieansätze führen nicht zur vollkommenen Stotterfreiheit. Kein Ansatz hilft allen stotternden Menschen. Erfahrungsgemäß sind die Ansätze für einzelne Personen unterschiedlich gut geeignet.
Verfahren wie Hypnose, Akupunktur, Entspannungsverfahren, technische Hilfsmittel und Psychotherapie werden ebenfalls vereinzelt angeboten. Bei diesen Verfahren sind - wenn überhaupt - nur kurzfristige Besserungen bei Stottern nachgewiesen worden. Eine psychologische Beratung kann sinnvoll sein und eine logopädische Therapie unterstützen, wenn das Stottern bei der betroffenen Person zu großen Gefühlsbelastungen wie Panik oder starker Selbstabwertung führt.

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